Wissenschaftsstadt

Darmstadt

Teilprojekt der Wissenschaftsstadt Darmstadt

Wissenschaftsstadt Darmstadt

Die Wissenschaftsstadt liegt als mittelgroße Stadt in der der Metropolregion Rhein-Main. Sie bietet knapp 162.000 Menschen aus über 50 Nationen auf rund 123 ha Fläche einen Wohnsitz. Auf dieser Fläche findet sich ein großes Potenzial für Vorhaben im Bereich Artenschutz und Biodiversität, welches sich im Laufe des Projekts BioDivKultur entfalten soll.

Das Grünflächenamt und das Umweltamt der Wissenschaftsstadt arbeiten Hand in Hand und engagieren sich so flächendeckend für den Erhalt der Artenvielfalt. Wir schaffen und erhalten natürliche Lebensräume, bilden Rückzugsorte für Insekten oder Vögel und bewirtschaften Wiesen und Parks möglichst schonend für alle Lebewesen. Aber auch Akteure außerhalb der Verwaltung wie z.B. Wohnungsbaugesellschaften und Gewerbetreibende sowie städtische Beteiligungen leisten einen wichtigen Beitrag mit ihrem Flächenanteil auf städtischem Gebiet

Weil Darmstadts Struktur besonders vielfältig ist und sich die unterschiedlichsten Lebensräume finden lassen, ist auch der Artenschutz vielfältig zu denken: Firmengelände auf sandigem Boden im Westen, Straßenbegleitgrün mit flechtenbestandenen Bäumen, Rasen in historischen Parks mit Grünspechten darauf und blütenreichen Wiesen in Parks sowie artenreiche Säume an Waldrändern und entlang von Gewässern. Innerhalb von Schutzgebieten aber auch innerhalb der Siedlungsbereiche zeigt sich die Vielfältigkeit unserer Natur und macht die Arbeit im Artenschutz besonders spannend.

Stadtwiesen statt Rasen

Die Wissenschaftsstadt beschreitet bereits seit einigen Jahren den Weg in Richtung einer höheren Artenvielfalt im städtischen Grün. So wurden im Zuge des Projekts Stadtwiesen statt Rasen bereits viele Blühwiesen angelegt und Grünflächen umgestaltet. Hierbei achtet man darauf möglichst heimische Pflanzen zu fördern und regionales Saatgut zu verwenden. Das hilft vor allem unseren einheimischen, bestäubenden Insekten.

Aber auch Straßenbegleitgrün verändert sich durch individuelle Neu-Einsaat-Konzepte an teilweise großen Modellflächen kontinuierlich und schafft ökologisch wertvolle Lebensräume.

Wir als Teil von BioDivKultur

Zusammen mit BioDivKultur, will die Wissenschaftsstadt nun noch einen Schritt weiter gehen: Nach dem Anlegen von natürlichen Lebensräumen, liegt schon jetzt der Fokus auf einer insektenschonenden Pflege und Mahd. Durch die Auswahl und den Einkauf von geeigneten Mähmaschinen, dem Bestimmen von auf die Wiesenzusammensetzung abgestimmten Mähzeitpunkten oder der Entwickelung weiterer besonders insektenschonender Pflegeverfahren, ergibt sich so ein Spielraum, der entscheidend für Schmetterlinge, Käfer und Wildbienen sein kann.

Um diesen Spielraum vollends ausschöpfen zu können, sollen zunächst grundlegende Fragen zur Mahd beantwortet werden, die dann auf den ausgewählten Flächen im Darmstädter Stadtgebiet umgesetzt werden. Die Wissenschaftsstadt Darmstadt möchte damit eine Vorbildrolle einnehmen und praxisnah aufzeigen, dass Artenschutz und Grünflächenpflege kein Gegensatz sein muss.

Offene Fragen

Die Umstellung der Pflege von Grünflächen soll auf ein fundiertes Konzept gestellt werden. Anfangs müssen dafür Kernfragen beantwortet werden, von denen jede weitere Gestaltung abhängt:

Wir wissen bereits, dass das abschnittsweise Mähen von großen, zusammenhängenden Flächen insektenschonender ist. Nun ist zu klären, wie dies in der Alltagspraxis genau umgesetzt werden kann:

  • Wie können Flächen aufgeteilt werden?
  • Welche Abstände können Refugien für Insekten haben? Wie groß müssten diese sein?
  • Wann soll im Jahresverlauf gemäht werden? Wie wird dieser Zeitpunkt festgelegt?
  • Wie häufig und in welchen Abständen kann gemäht werden?
  • Bieten sich bestimmte Tageszeiten besonders für eine insektenschonende Mahd an?
  • Wie kann man eine pflanzenschonende Mahd mit einer insektenschonenden verbinden?
  • Welche Maschinen sind besonders empfehlenswert?
  • Was ist beim Mähen außerdem zu beachten (Witterung, Mährichtung, Mäh-Höhe, …)?
  • Wie kann eine neue Mäh-Technik vermittelt werden?
  • Können wirtschaftliche und organisatorische Probleme vermieden werden?
  • Wie kann man das gemähte Heu verwerten oder verwenden?
  • Wie belegt man am Ende die Ergebnisse? Was ist ein Zeichen für den Erfolg der Maßnahmen?

Wissensvermittlung ist das A und O

Ein wichtiges Ergebnis des BioDivKultur– Projektes wird die Akzeptanz für Blühflächen und Insektenwiesen bei der Bevölkerung sein. Sie sollen in das Bewusstsein der Öffentlichkeit rücken und im Darmstädter Stadtbild selbstverständlich werden. 

Hierfür möchten wir auf die verschiedenen Akteure zugehen und über Veranstaltungen, Schulungen und Aufklärungsarbeit eine möglichst breite Informationsbasis schaffen. Wichtig sind in diesem Zusammenhang nicht nur das örtliche Gewerbe und die Industrie, die  Wohnungsbaugesellschaften, Vereine und Verbände, sondern als Herzstück vor allem die Darmstädter Bevölkerung.

Das Projekt BioDivKultur wird von der Forschungsinitiative zum Erhalt der Artenvielfalt des Bundesministeriums für Bildung und Forschung gefördert.

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